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Auswege aus der Rapunzel-Falle - 5 Tipps für Modewebshops

Als ich nach der Fashion Week Ende Januar meinen Artikel "Wer schön sein will, muss verkaufen" schrieb, hatte ich aus unerfindlichen Gründen die ganze Zeit Rapunzel im Hinterkopf.

Ich analysierte viele Mode-Webshops von meinen Gesprächspartnern auf der Messe,  konnte sehen, dass viele Labels in einer Falle saßen (und sitzen) und musste an Rapunzel in ihrem Turm denken. Wer nutzt die Möglichkeiten, die sich aktuell bieten? Individuelle Ansprache? State-of-the-art Suche? Fortschrittliche Social Media-Integration?

Mir drängte sich das Bild vom verzweifelten Shopbetreiber auf, der aufgrund seiner mangelnden Verkäufe seine Haare vielleicht dem falschen Jüngling herunterlassen würde. Einem der großen Plattformbetreiber / Marktplätze wie Amazon, oder Zalando zum Beispiel. Doch dann wurde mir klar: das ist nicht die Gefahr. In Zeiten, die manche auch als Plattformökonomie bezeichnen, kann der junge Prinz vielleicht wirklich eine gute Partie sein. Die Gefahr ist: zu warten. Sich nicht zu entscheiden. Die Seidenfäden nur zu sammeln, aber nicht rechtzeitig das Seil zu flechten.

Was also tun?

1. Handeln Sie jetzt

Es wird kein besserer Zeitpunkt kommen, um Ihr Projekt zu starten. Ihre (potentiellen) Kunden warten nicht ewig auf Sie. Suchen Sie sich einen Partner, der sich auf eine agile Arbeitsweise (z. B. nach SCRUM) einlässt. Ein digitaler Prototyp (aka Klickdummy) lässt sich heute in wenigen Wochen bauen und schon können Sie Ihren Ansatz testen. Bei der konkreten Umsetzung ist Geschwindigkeit Trumpf. Bestehen Sie auf dem MVP-Ansatz (Minimum Viable Product - das Produkt mit dem geringstmöglichen Umfang, um rasch zu starten) und bringen Sie Ihre neue digitale Plattform noch diesen Herbst an den Start. 

2. Akzeptieren Sie Rückschläge

Die große Chance im digitalen Geschäft? Einen Ansatz permanent zu verbessern, zu testen, zu lernen und weiter zu verbessern. Wichtig: seien Sie offen und stimmen Sie sich eng mit Ihrem technologischen Partner ab, dann sind kleine Rückschläge wirklich nur eine Bodenwelle.

3. Kunde vor Technologie

Wir raten Ihnen, Abstand von technischen Partnern zu nehmen, die mit aller Macht versuchen, Sie von einer bestimmten Lösung oder einem Shopsystem zu überzeugen. Die allerersten Fragen sollten sein:

  • Womit wollen Sie Ihre (potentiellen) Kunden begeistern?
  • Wie wollen Sie sie erreichen?
  • Was sind Ihre Ziele?

Eine gewissenhafte, fundierte Beratung ist deshalb zu Beginn Ihres Aufbruchs unerlässlich. Hierbei sollten immer Ihre Kunden im Mittelpunkt stehen. Ihre Ziele und Wünsche zu kennen, ist essentiell.

4. Das, was Sie beim Mitbewerber sehen, ist veraltet

Seien Sie neu und einzigartig. Trauen Sie sich Innovation zu. Fordern Sie eine neue Denkweise von allen Mitstreitern ein. Wenn Sie bestehen wollen, muss auch Ihr Unternehmen mit dem  digitalen Wandel Schritt halten.  Den Webshop von Label XY nachzubauen, weil der ja gut aussieht oder anscheinend ganz gut funktioniert, hilft nicht. Das, was Sie bei Ihren Mitbewerbern online sehen, ist in der Regel veraltet und über die Entwicklung eines Plagiats kriegen Sie auch den nötigen Mentalitätswandel nicht in die Köpfe Ihrer Mitarbeiter.

5. Umarme deine Feinde, oder: nutzen Sie Plattformen sinnvoll

Große Plattformbetreiber, wie z. B. Amazon oder Zalando haben andere Interessen als Sie - das ist nachvollziehbar und nicht zu ändern. Viele Kunden lieben die Vorteile und Einfachheit des Einkaufs - dieser Umstand wird sich so schnell nicht ändern.

Vorwerfen können Sie sich höchstens, wenn Sie die Chancen, die die Plattformen bieten, nicht für Ihr eigenes Unternehmen genutzt haben. Gehen Sie offen an die Sache heran.

Die Hälfte des Jahres liegt noch vor uns. Nutzen wir die Gelegenheit.

Tipp zum Weiterlesen: Whitepaper Digitale Produkte für die Zukunft