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Wer schön sein will, muss verkaufen

Wenn Ästhetik Kommerz trifft, kann es eigentlich nur Verlierer geben. Reine Schönheit darf sich keinesfalls dem schnöden Mammon an den Hals werfen!

Weise Worte. Auf welcher Basis jedoch kann Schönheit gedeihen, wenn kein Umsatz generiert wird?

Im Rahmen der Fashion Week haben wir mit zahlreichen Labels gesprochen und im Nachgang eine Untersuchung an 14 Webshops (von Apart Fashion bis van Laack) durchgeführt.

Uns hat interessiert: wo stehen die Labels und wo wollen sie hin? Was treibt sie an? Welche Strategie verfolgen sie?

Nach den Gesprächen war klar: im Gegensatz zu den letzten Jahren ist das Thema Digitalisierung sowohl beim Verkauf an Endkunden (B2C), als auch an Retailer (B2B) sehr präsent.

14 Webshops auf dem Prüfstand

Die eingehende Analyse der Webshops zeigt jedoch: was fehlt ist Mut und Vision. Einen Webshop zu bauen, nur um online präsent zu sein, bringt nichts. Und: einen Webshop zu bauen, der sich daran orientiert, was die Mitbewerber tun, ist eine verschenkte Chance.

Bei unserer Untersuchung fielen neben verschenkten Chancen auch handfeste handwerkliche Defizite auf. So ist eine fast 10 MB große Startseite genauso fatal, wie eine fast nicht existente Sichtbarkeit bei Google oder die fehlende mobile Ansicht.

Markenwebshop gegen Marktplatz - wer gewinnt?

Man muss vielleicht einen Schritt zurücktreten und fragen: „Warum kauft jemand eine bestimmte Marke?“. Weil er die Produkte schätzt und mit der Marke etwas verbindet. Sie gibt Sicherheit und steht für ein Gefühl.

Spannender wird es, wenn man fragt: „Warum sollte jemand ein Produkt dieser Marke in dem markeneigenen Webshop kaufen?

Der Weg in eine immer stärkere Markenfixierung wird im Handel über Flagship-Stores oder eigene Markenwelten in großen Kaufhäusern zelebriert.

Und so erfolgreich dieser Ansatz teilweise ist, so wenig reicht es auch dort aus, ein Logo an ein x-beliebiges Ladenlokal zu kleben und die Tür zu öffnen. Die Kunden erwarten eine passende Atmosphäre und Ansprache. Und akzeptieren im Gegenzug oft auch, Produkte zum UVP zu kaufen.

Und genau dort verschenkt der Handel oft massiv Potential. Aber warum die Defizite aus der Fläche in die digitale Welt importieren?

Ein anonymes Verkaufserlebnis wird sich weder hier noch dort durchsetzen. Denn das kann ich ja auf den großen Marktplätzen auch bekommen.

Die ideale Einkaufs-Welt

Lassen Sie uns kurz einen Ausflug in eine ideale Welt unternehmen: Es gibt einen kleinen, feinen Herrenausstatter, bei dem ich den Laden betrete und der Verkäufer begrüßt mich mit Handschlag, kennt meine Größe und Vorlieben und hört sich aufmerksam meine Wünsche an. Kennt er mich noch nicht, lernt er mich durch gezielte Fragen kennen.

Anschließend präsentiert er mir genau passende Stücke und leitet mich durch die Anprobe. Wo es sinnvoll und möglich ist, empfiehlt er mir mit Augenmaß und verkäuferischem Geschick passende Produkte.

Ich entscheide mich, zahle und gehe mit dem guten Gefühl, für MICH passende Produkte gekauft zu haben.

Lösung Curated Shopping?

Diesen Ansatz verfolgen Anbieter, die sich dem kuratierten Shopping verschrieben haben (z.B. Modomoto). Mit viel Personal und Anstrengung. Letztendlich bauen sie das Offline-Erlebnis mit einem großen Sortiment und günstigen Lagerkosten online nach.

So ehrenwert dieser Ansatz sein mag, so groß ist aus meiner Sicht auch das Potential für ein digitales, individuelles, begeisterndes Einkaufserlebnis.

In Schönheit sterben?

Und hier schließt sich der Kreis zum Besuch auf Premium & Panorama: so fortschrittlich sich eine Branche auch empfinden mag - wenn sie nicht offen für neue Entwicklungen und Technologien ist, wird sie in Schönheit sterben.

Ist der Funke übergesprungen? Wollen Sie erfahren, was es für Möglichkeiten gibt?

Dann sollten wir sprechen.